Side und Manavgat liegen rund eine Stunde westlich von Alanya, und fast jede Hotelrezeption verkauft sie als ein Paket. Das ist auch sinnvoll: Zwischen beiden liegen 20 Minuten, und keiner der Orte füllt allein einen ganzen Tag. Was an der Rezeption selten gesagt wird: Die beiden fühlen sich völlig unterschiedlich an — und eine Hälfte verdient deutlich mehr Zeit.
Was Sie in Side wirklich sehen
Side war ein arbeitender pamphylischer Hafen, zweitausend Jahre bevor daraus ein Ferienort wurde. Das römische Theater ist das größte der Region und schon von der Straße nicht zu übersehen: rund 15.000 Sitzplätze, daneben die Agora und das Museum in den alten römischen Bädern.
Danach verengt sich die Altstadt zu einem Fußgängerraster aus Läden und Restaurants, und ganz vorn auf der Landzunge steht der Apollon-Tempel mit dem Meer im Rücken. Fünf wieder aufgerichtete Säulen, kein Dach, keine Schranke. Nicht ohne Grund das Postkartenmotiv der Küste — am schönsten in der letzten Stunde Tageslicht.

Der Wasserfall und die Überraschung dabei
Der Wasserfall von Manavgat ist nicht hoch. Etwa zwei Meter hoch und vierzig breit, eher ein Vorhang aus Fluss als ein Sturz — und man hört ihn lange, bevor der Weg sich öffnet. Im Juli, wenn die Küste bei 38 °C steht, ist die Luft daneben tatsächlich kühl. Es gibt einen kleinen Eintritt, Teegärten auf den Terrassen darüber und einen Bootssteg für kurze Fahrten auf dem Manavgat.
Gehen Sie morgens hin. Ab zwei Uhr sind die Terrassen voller Reisebusse, und auf dem Foto, das alle wollen, stehen vierzig andere Leute.
Anfahrt und Zeitbedarf
Side liegt etwa 65 km von Alanya entfernt, Manavgat rund 45 km. Rechnen Sie mit 60 bis 75 Minuten pro Richtung auf der D400. Drei Wege:
- Geführter Tagesausflug. Am einfachsten. Der Tagesausflug nach Side, Manavgat und zum Basar verbindet Ruinen, Wasserfall und Markt mit Hotelabholung — praktisch, weil Sides Altstadt autofrei ist.
- Mit dem Dolmuş. Günstig und machbar, aber Sie steigen in Manavgat um und verlieren eine Stunde ans Warten.
- Mit dem Mietwagen. Ideal, wenn Sie den Tempel im Sonnenuntergang wollen. Außerhalb der Altstadt parken, der Shuttle fährt ständig.
Wann Side und Manavgat am schönsten sind
Frühling und Herbst sind die naheliegende Antwort, und ausnahmsweise stimmt die naheliegende Antwort. Im April, Mai, September und Oktober lassen sich die Ruinen auch mittags begehen, und auf den Terrassen am Wasserfall ist um die Mittagszeit noch Platz.
Juli und August sind Arbeit. Das Theater hat keinerlei Schatten, und der Stein wirft die Hitze zurück. Sinnvolle Reihenfolge: Side früh, Wasserfall zur Mittagszeit, Baden vor der Rückfahrt. Die Busgruppen erreichen Side gegen elf; wer um neun da ist, hat eine Stunde fast allein mit den Säulen.
Der Winter ist die stille Überraschung. Die Hälfte der Lokale in der Altstadt schließt, dafür ist das Gelände leer, das Licht bleibt den ganzen Nachmittag lang und tief, und Parkplätze gibt es überall. Kein Badetag. Wahrscheinlich der beste Fototag des Jahres.

Drei Dinge vorab. Den Wochenmarkttag sollten Sie vor Ort erfragen: Die Anbieter legen den Marktstopp darauf, und der Unterschied zwischen Markttag und einem gewöhnlichen Dienstag ist gewaltig. Das römische Theater schließt früher als die Altstadt, meist vor Sonnenuntergang — also zuerst hin. Und die Lokale an der Hafenpromenade von Side verlangen für denselben Fisch ungefähr das Doppelte der Seitengassen.
So geht der Tag auf
Der häufigste Fehler bei Side und Manavgat: beide als gleich große Hälften zu planen. Sind sie nicht. Side belohnt langsames Gehen, also mindestens drei Stunden. Der Wasserfall ist eine Stunde wert, Tee inklusive.
- Feste Schuhe. Die Stufen im Theater sind glatt gelaufen.
- Das Museum ist klein, klimatisiert und günstig. Eine gute Mittagsstunde.
- Die Flussbootsfahrt können Sie streichen, wenn Green Canyon ohnehin auf dem Programm steht.
- Bargeld für den Markt mitnehmen. An den Ständen wird selten Karte akzeptiert.
Fahren Sie über die Küstenstraße zurück, nicht über die Umgehung. Das kostet zehn Minuten und schenkt Ihnen die ganze Bucht von Alanya samt Burgfelsen bei der Einfahrt.




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